Freitag, 26.  Mai 2017
Das Zeugnisheftchen der Berufsschule wurde üblicherweise beim Klassenlehrer aufbewahrt und wir kriegten es nur in die Hand, wenn es bei der Post und bei den Eltern unterschrieben werden musste. Ein wichtiges Dokument, und ausgerechnet das habe ich einmal bei einer Familienheimfahrt im Zug liegenlassen. Wahrscheinlich haben wir die Noten verglichen, herumgekaspert und wahrscheinlich waren bei der Heimfahrt auch wie üblich ein zwei Seidla mit dabei.
Große Aufregung, meine erste Angst war, was passiert jetzt bei der Schule und beim Lehrherrn mit mir. Am Samstag telefonierte ich mit Hilfe meines Vaters die Bahnstrecke von Nürnberg bis Kronach durch, und tatsächlich kam die Erlösung: Das Zeugnis war gefunden und wartete im Bahnhof Nürnberg auf mich.
Jetzt kam die nächste Angst: Wenn ich das Zeugnis abhole, wieviel muss ich dann von meinem kargen Taschengeld an Finderlohn bezahlen? Aber auch da kam die Erlösung, denn der nette Fahrdienstleiter sagte, er hätte hineingeguckt und meine Noten wären so gut, dass die Bahn darum auf den Finderlohn verzichtet.

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